Immer mehr Güterverkehr – und enorm viele Flachstellen

Immer mehr Güterverkehr – und enorm viele Flachstellen

Immer mehr Güterverkehr – und enorm viele Flachstellen 1914 1054 Deutsche Schienenhilfe
Bild von Michael Bußmann auf Pixabay

Foto: Michael Bußmann auf Pixabay

Für Umweltschützer klingt es gut: „Schiene verdoppelte Verkehrsleistung nahezu“, meldete die „RailBusiness“ am 22. Juni 2020 auf der Titelseite. In 24 Jahre habe sich die Eisenbahnverkehrsleistung „nahezu verdoppelt“. Und das sei insofern bemerkenswert, als dass die Betriebslänge des Schienennetzes von 41000 auf 33000 Kilometer gesunken sei.

Das heißt im Klartext: Für die Anwohner im Rheintal hat sich der Verkehr nicht nur verdoppelt. Da anderswo Schienen stillgelegt wurden, ist der Verkehr vermutlich sogar noch mehr geworden. Und es sollen weitere Güter auf die Schiene verlegt werden. Das scheint erstmal positiv für die Umwelt. Aber das scheint nur so.

Grund: Es gibt immer mehr Lärm durch schadhafte Züge. Das ist das Ergebnis eines Berichts, der ebenso in der „RailBusiness“ am 22. Juni 2020 auf Seite 1 stand: „Flachstellen in Rädern drohen zu neuer Kostenbelastung zu werden.“ Das interessiert uns weniger. Denn Flachstellen verursachen nicht nur Kosten, sondern vor allem Lärm. Sie sind auch eine Gefahr. Für Anwohner ebenso wie für Lokführer, für die Umwelt ebenso wie für Tiere. Und besonders für Kinder und Neugeborene.

Zum Ergebnis der Messungen: Innerhalb einer Woche (Messzeitraum) waren im Rheintal 78 % der Güterzüge mit durchschnittlich vier Achsen unterwegs, die Flachstellen aufwiesen. Deshalb schreibt „RailBusiness“: „Unrund laufende Räder verursachen durch kurz getaktetes Hämmern auf der Schiene erhebliche Lärmbelästigungen. Die Erfolge der Lärmbekämpfung im Schienengüterverkehr gehen dadurch verloren.“

Das ist – um im Lärmsprech zu bleiben – nicht nur ein Hammer, das ist ein fortgesetztes Hämmern! Die Erfolge der Lärmbekämpfung perdu und dann noch mehr Schienengüterverkehr in den nächsten Jahren. Das wird eine Katastrophe für die Anwohner im Rheintal.

Was wir bisher an Lärm erleben könnte sich also noch erheblich steigern. Was können wir tun? Auf die Parteien Einfluss nehmen.

Nur zwei Daten:
Nächste Landtagswahl Rheinland-Pfalz: 14. März 2021.
Nächste Bundestagswahl: September / Oktober 2021.