Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (Ortsgruppe Bebra) unterstützt Forderung der Deutschen Schienenhilfe

Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (Ortsgruppe Bebra) unterstützt Forderung der Deutschen Schienenhilfe

Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (Ortsgruppe Bebra) unterstützt Forderung der Deutschen Schienenhilfe 900 600 Deutsche Schienenhilfe

GdL Ortsgruppe Bebra, Foto: Steven Kunz

Die Deutsche Schienenhilfe freut sich über weitere Unterstützung aus dem Kreis der Lokführer. Auch dort wird das Thema der Lärmproblematik durch Flachstellen nun offen diskutiert. Das zeigt eine Mitteilung der GdL (Ortsgruppe Bebra) von heute, über der LOK Report berichtet.

Die GdL schreibt: „Stein des Anstoßes sind dabei die sogenannten Flachstellen, die man sich ähnlich wie einen Bremsplatten bei einem Autoreifen vorstellen muss: Das Rad oder die Achse, welche sich selbst bei stärksten Bremsungen immer noch leicht drehen soll, blockiert. Durch das Schleifen von Stahl auf Stahl entsteht eine Flachstelle, welche unterschiedlich lang und tief sein kann. Das Resultat sind teilweise laut polternde, klopfende oder schlagende Geräusche bei der Vorbeifahrt eines Zuges.“
GdL-Vorstandsmitglied Patrick Rehn wird wie folgt zitiert:
„Dieses Phänomen gibt es seit Beginn des Eisenbahnwesens, doch in den letzten Jahren hat die Zahl dieser zusätzlichen Lärmquellen leider zugenommen.

Machen Flüsterbremsen mehr Lärm statt weniger Lärm?

Ursache hierfür sind die sogenannten neuen Flüsterbremsen, welche aus speziellen Kunststoffen bestehen und im Vergleich zu den alten Stahlbremsklötzen die Lauffläche des Rades nicht mehr aufrauen. Diese bleibt also glatt, wodurch sich das Rollgeräusch erheblich reduziert. Bei starken oder Bremsungen unter ungünstigen Witterungsumständen, kommt es nun allerdings leider öfter zu einem Blockieren der Räder.
Ein weiterer Nachteil: Während ein Bremsklotz aus Stahl bei einer Bremsung in der Lage war eventuelle Materialauftragungen durch die Drehbewegung des Rades zu beseitigen können dies die neuen Bremssohlen in dieser Form nicht mehr.“
Sodann schreibt die GdL:
„Der Verband Deutsche Schienenhilfe, welcher sich für einen sicheren und möglichst umweltschonenden Schienengüterverkehr einsetzt, hat – wie die GDLer aus Bebra finden zu Recht – gefordert Flachstellen als Ordnungswidrigkeit anzuerkennen.“

GdL fordert Messstellen, um Übeltäter zu identifizieren

Rehn: „Aus unserer Sicht ist es notwendig ein Netz von Überwachungs- und Messtellen aufzubauen, welches in der Lage ist die Lärmbelastung eines Zuges nicht nur zu erfassen, sondern eventuelle „Übeltäter“ gleich zu identifizieren.
Die Deutsche Schienenhilfe weist auf Möglichkeiten des wayside-monitoring hin, die bei privaten Unternehmen weiter ausgereift sind als bei den Lärmmessungen des Staates (BMVI, usw.).
Keinesfalls dürfen Lokführer oder die KollegInnen der Zugvorbereitung belastet oder bestraft werden! Die Verantwortlichkeiten liegen woanders – bei den Haltern. So schreibt die GdL richtig: „Deshalb kann und darf das Betriebspersonal auch nicht zur Verantwortung für „Krawallmacher“ im Zug gezogen werden.“

Foto: Steven Kunz/GdL Ortsgruppe Bebra

QUELLEN
LOK Report:
https://www.lok-report.de/news/deutschland/aus-den-laendern/item/19236-hessen-laermquelle-fluesterbremse-werden-die-falschen-zur-kasse-gebeten-fragt-die-gdl-bebra.html

GdL Bebra:
https://www.gdl.de/OG-Bebra/Pressemitteilung-1596098458