Julian Theiß (DIE LINKE): „Flachstellen durch Sensorik erkennen und beheben“

Julian Theiß (DIE LINKE): „Flachstellen durch Sensorik erkennen und beheben“

Julian Theiß (DIE LINKE): „Flachstellen durch Sensorik erkennen und beheben“ 2560 1557 Deutsche Schienenhilfe

Julian Theiß (DIE LINKE)

Der Trierer Student Julian Theiß ist Kandidat der LINKEN für den Landtag in Rheinland-Pfalz. Er ist 1996 geboren ist Kreisvorsitzender der LINKEN Trier.

Herr Theiß ist Stipendiat der Rosa Luxemburg-Stiftung. Einer seiner politischen Herzensanliegen ist die Verkehrspolitik.

Wie will sich die LINKE in Rheinland-Pfalz gegen den Bahnlärm einsetzen?

Mittelfristig wollen wir die Gleisanzahl insbesondere in von Bahnlärm betroffenen Gebiete erhöhen, um einer erhöhten Lärmentwicklung durch Brems- und Beschleunigungsvorgänge entgegenzuwirken. Auch Entlastungstunnel stellen ein probates Mittel dar. Beides hätte den zusätzlichen Vorteil, die Streckenkapazitäten zu erhöhen.

Kurzfristig sollte in stark betroffenen Regionen, wie dem Mittelrheintal, die Nutzung von Lärmschutzwänden intensiviert werden. Auch die regelmäßige Untersuchung der Schienen auf Unebenheiten, die Flachstellen verursachen können, scheint uns sinnvoll.

Was befürworten Sie, um Flachstellen (Radunebenheiten) bekämpfen zu können?

Wie bereits angesprochen, ist die präventive Untersuchung der Schienen auf Unebenheiten sinnvoll. Entsprechende Instandhaltungsmaßnahmen müssen dann möglichst zeitnah umgesetzt werden.  Durch entsprechende Kameras und Sensorik können an verschiedenen Stellen des Schienennetzes, könnten Flachstellen ebenfalls schnell erkannt und behoben werden.

Auch ein verpflichtendes Flachstellenmonitoring ist für uns ein sinnvolles Mittel. Hier braucht es ein einheitliches Verfahren für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Wie ist – in aller Kürze – im Generellen die Vorstellung der Verkehrspolitik der Linken beim Thema Bahn in Rheinland-Pfalz?

Wir wollen eine Reaktivierungsoffensive starten: viele stillgelegte Strecken, wie die Hunsrückquerbahn, Teile der Eifelquerbahn und viele mehr, können und müssen schnell wiederbelebt werden. Auch bei der Elektrifizierung der Strecken wollen wir Gas geben. So wollen wir insbesondere auf dem Land neue Angebote schaffen. Insgesamt müssen Westen und Osten des Landes besser miteinander vernetzt und der Westen besser an den Fernverkehr angebunden werden.

Wir wollen den Nahverkehr zum Nulltarif bis 2025. Auf dem Weg dahin müssen wir die Verkehrsverbünde überwinden, um das Tarifgeflecht zu entwirren und schneller und effektiver Handeln zu können. Es braucht Modellprojekte zur Erprobung der Lenkungswirkung eines kostenlosen ÖPNV und verschiedener technologischer Innovationen. Dies alles hat Auswirkungen auf die Bahn der Zukunft. Sie wird noch stärker genutzt und erreicht neue Orte. Hierdurch steigt auch der Personalbedarf, den es durch attraktive Angebote zu decken gilt.

Auch der Güterverkehr muss zunehmend von der Straße auf die Schiene verlegt werden. Hierzu braucht es mehr Kapazitäten, aber auch gesetzliche Vorschriften. Wir wollen beispielsweise den Anschluss ans Streckennetz beim Neubau von Industriestandorten festschreiben und Fahrverbote auf besonders von Verschleiß und Lärm betroffenen Straßen verhängen.

Was unterscheidet Sie dabei von der Partei „Die Grünen“?

Zum einen unser großes Ziel: der Nahverkehr zum Nulltarif bis 2025. Die Grünen verharren bei dieser Frage beim 365-Euro-Ticket, was für uns jedoch nur eine Zwischenlösung sein kann. Zum anderen denken wir die ökologische und die soziale Frage immer zusammen und streben politische statt individueller Lösungen an.

Heißt konkret: es braucht zunächst einen gut ausgebauten und bezahlbaren ÖPNV und dann können und müssen wir über ordnungspolitische Maßnahmen wie Fahrverbote reden. Die Klimakrise sorgt hier für einen riesigen Zeitdruck und deshalb ist es so wichtig, sofort mit dem Ausbau öffentlicher Infrastrukturen beginnen. Es heißt auch, dass wir entschlossen gesetzgeberisch handeln und im Rahmen eines „Progressive New Deal“ investieren müssen, um neue, ökologische und gute Jobs zu schaffen – unter anderem im Bereich des ÖPNV – statt nur unverbindlich an das Handeln einzelner zu appellieren.

Webseite DIE LINKE Rheinland-Pfalz zu Julian Theiß: https://www.dielinke-rhlp.de/landtagswahl/kandidatinnen/landesliste/julian-theiss/

Julian Theiß bei Twitter: https://twitter.com/julian_theiss

Unsere Empfehlung: Folgen!