Immer mehr Probleme nach Güterzugunglück in Niederlahnstein

Immer mehr Probleme nach Güterzugunglück in Niederlahnstein

Immer mehr Probleme nach Güterzugunglück in Niederlahnstein 526 358 Deutsche Schienenhilfe

„Nach dem Bahnunglück im Niederlahnsteiner Bahnhof im August 2020 herrscht noch immer viel Frust bei Anwohnern und auch bei Oberbürgermeister Peter Labonte. Der Grund: Der Diesel, der aus den umgekippten Wagons in den Boden gesickert ist, wird durch die eingebauten Filteranlagen bislang nicht aus dem Boden gefördert, so Labonte. Das könnte nun dazu führen, dass bald weitere Sanierungsarbeiten anstehen“, berichtet TV Mittelrhein zutreffend ( https://tv-mittelrhein.de/news/niederlahnstein-mega-baustelle-im-anmarsch-36637.html ) und fragt, ob nun eine Mega-Baustelle im Anmarsch sei.

Oberbürgermeister Peter Labonte

Für die Deutsche Schienenhilfe ist die Aufarbeitung des schweren Zugunglücke eine zweite Katastrophe nach der ersten Katastrophe. Die Informationspolitik der Verantwortlichen ist stark verbesserungsbedürftig. Das sagt auch der tapfere Oberbürgermeister Peter Labonte von der CDU ( https://www.blick-aktuell.de/Politik/Oberbuergermeister-Labonte-wiederholt-seine-Forderungen-an-die-Deutsche-Bahn-473871.html ). Fakt ist: Die Menschen am Mittelrhein werden mit ihren Sorgen alleine gelassen. Positiv ist immerhin, dass die Bahn nun an eine Methode denkt, die mit nicht mit enormen Lärmbelästigungen für die Anwohner:innen verbunden ist. Doch einen Zeitraum für das Sanierungsverfahren gibt es noch nicht.

BLICK aktuell zitiert Labonte ( https://www.blick-aktuell.de/Politik/Oberbuergermeister-Labonte-wiederholt-seine-Forderungen-an-die-Deutsche-Bahn-473871.html ): „Ich habe am Wochenende aus den sozialen bzw. den Printmedien erfahren müssen, dass dem Lokführer des in Niederlahnstein entgleisten Gefahrgutzuges bereits im Oktober 2020 der Triebfahrzeugführerschein entzogen wurde.“ Eine Entscheidung, die mittlerweile durch das Oberverwaltungsgericht Münster bestätigt wurde, sodass der Lokführer aufgrund des wiederholten Fehlverhaltens und somit erwiesener Unzuverlässigkeit keine Schienenfahrzeuge mehr führen darf.

Dem Mann waren mehrfach Geschwindigkeitsverstöße nachgewiesen worden und auch am Tag des Unglücks in Niederlahnstein mit sieben umgekippten und zwei stehend entgleisten Güterwaggons überschritt der Lokführer die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Er räumte vor Gericht gar selbst ein, dass er sie bei geltenden 90 km/h um 17 km/h überschritt. Laut eigener Aussage zwar nur kurzzeitig, doch belege die Auswertung der elektronischen Fahrtenregistrierung der Zugfahrt vom 30. August, dass er „an zahlreichen und langen Abschnitten“ zu schnell unterwegs war.

Von den ausgetretenen 180.000 Liter Diesel befinden sich 40 bis 50 Prozent noch immer im Boden.

Die Deutsche Schienenhilfe fordert, die Reduzierung der Zuggeschwindigkeiten auf maximal 50 km/h im Mittelrheintal, wenn Gefahrgüter transportiert werden. Zudem fordert die Initiative, insbesondere im innerörtlichen Bereich keine so genannten Entrostungsfahrten von mit Gefahrgut beladenen Güterzügen mehr über zusätzliche Weichen zuzulassen.